Eine Herzensangelegenheit...wie ging es weiter?
Man kann es kaum glauben: Noch vor zwei Wochen waren Simone und ich in Südafrika und die Welt schien in Ordnung.
Seither hat dieser vermaledeite Virus, kleiner als 150 Nanometer, die Welt auf den Kopf gestellt, Menschen dahingerafft, Ökonomien zum Stillstand gebracht und uns unserer persönlichen Freiheiten beraubt. Um so glücklicher bin ich, dass ich hier und jetzt eine tolle und Mut machende Geschichte erzählen kann.
Wie ihr ja vielleicht wisst, oder ansonsten HIER nachlesen könnt, wollten Simone und ich in Kapstadt am größten Radrennen der Welt teilnehmen, als Teil des Charity Teams der Aids-Waisen-Initiative Home from Home. Unser Werben in den sozialen Medien und im Freundes- und Bekanntenkreis hat sich auf die stolze Summe von über 3.000€ summiert und wir sind allen Spendern unendlich dankbar.🙏
Am Samstag vor dem Rennen hatten wir die Möglichkeit, eine der Pflegefamilien zu besuchen. In einem erstaunlich geräumigen Haus betreut ein liebevolles älteres Ehepaar 6 Kinder, zwei Jungs und vier Mädchen, im Alter von 7 bis 15 Jahren.
Wir wurden sehr herzlich begrüßt, mit Stolz herumgeführt und es war toll zu sehen, wie fröhlich und offen diese Kinder sind. Und gleichzeitig so normal: Als wir auf dem Weg zum Jungenschlafzimmer waren, sauste der Jüngste an uns vorbei, kickte elegant einen Löffel und einen Yoghurtbecher unter sein Bett, versteckte gleichzeitig ein Comicheft und grinste mich an. Gutes Timing!😀
Die Kinder leben dort wohl behütet, die Schule ist direkt gegenüber, und im Gespräch wurde uns die düstere Prognose aufgezeigt, die die Kinder ohne die Unterstützung von Home from Home, gehabt hätten. Nun haben sie gute Startbedingungen ins Leben und wir sind überzeugt, dass das gespendete Geld hier wirklich Gutes bewirkt!
Diese Überzeugung wurde noch bestärkt, als wir nach dem Rennen das Büro von Home from Home besuchen konnten, für mich ein ganz emotionaler Moment, denn ich konnte nach 18 Jahren Email-Kontakt endlich Nicky Thompson treffen, mit der ich seit 18 Jahren wegen "unserer" Kinder im Kontakt stehe. Wir flogen uns um den Hals und ich muss etwas ins Auge bekommen haben, denn auf einmal tränten beide Augen.😉
Und das Rennen, wie waren die 109 km auf der vielleicht schönsten Radstrecke der Welt rund um die Kaphalbinsel? Wie fühlt es sich an mit 32.000 anderen Radlern zu fahren?
Es war unbeschreiblich schön!
Um 8 Uhr wurden wir mit "Thunder Struck" von AC/CD auf die Reise geschickt und an jeder kleinen Steigung, in jedem Ort, wurde lauthals angefeuert oder Musik gespielt. Insgesamt waren es viele tausend Zuschauer, die ein unglaubliches Spektakel und eine tolle Stimmung erzeugten. An zwei Steigungen standen Gruppen von Home from Home, die eigentlich anfeuern und anschieben wollten, aber wir sprangen lieber vom Rad, drückten alle und machten Fotos. Eine tolle Truppe.😍
Viel zu schnell, nach gut 4 Stunden, war die Strecke geschafft und wir werden das irgendwann noch einmal angehen, schöner kann man kein Geld für Hilfsprojekte sammeln und schöner kann man seine Silberhochzeit nicht feiern.😉
Wir möchten uns noch einmal bei allen Spendern aus tiefstem Herzen bedanken und sind selber unendlich dankbar, dass wir helfen und solche Dinge erleben dürfen.
Die jetzige Corona-Krise darf nicht dazu führen, dass wir die Unterstützung der Armen und Schwachen einstellen. Selbst wenn es uns in Europa jetzt auch schlechter gehen wird, die ganz üblen Effekte werden sich in den armen Ländern zeigen, deshalb bleibt am Ball!
Passt auf euch auf,
Olaf
P.S.: Traurig aber leider wahr, es gibt in Südafrika strikte Vorgaben, aufgrund von Kinderhandel dürfen keine Bilder von Kindern in Betreuungseinrichtungen gezeigt werden.